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Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Wiesbaden fanden in den Jahren 1998, 2001, 2003 in der Villa Clementine und 2005 im Kunsthaus Wiesbaden umfassende Gruppenausstellungen von Eichhorns Schülerinnen und Schülern immer mit einem Konzert einiger musizierender Schülerinnen und Schüler statt.

Einzelausstellungen von Schülerinnen und Schülern finden darüberhinaus im Atelier Eichhorn statt.

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„Auf einem Fisch durch die Luft fliegen“

Wie der russische Künstler Roman Eichhorn Kinder unterrichtet und ihre Fantasie fördert

Wiesbadener Kurier
Freitag, 4. April 2008

Malen macht Kindern nicht nur Spaß, sondern es kann auch Ihre Fantasie und Kreativität fördern – wenn sie fachkundig angeleitet werden. Diese Aufgabe hat sich der Maler Roman Eichhorn gestellt, der junge Menschen seit zehn Jahren in Bildender Kunst unterrichtet.

von Gabriele Gilbert

Wie der russische Künstler Roman Eichhorn Kinder unterrichtet und ihre Fantasie fördert Wiesbadener Kurier Freitag, 4. April 2008 Malen macht Kindern nicht nur Spaß, sondern es kann auch Ihre Fantasie und Kreativität fördern – wenn sie fachkundig angeleitet werden. Diese Aufgabe hat sich der Maler Roman Eichhorn gestellt, der junge Menschen seit zehn Jahren in Bildender Kunst unterrichtet. von Gabriele Gilbert Wenn sich in dem kleinen Atelier des russischen Maler und Kunsterzieher Roman Eichhorn in der Westerwaldstraße ein Kinderkurs zum gemeinsamen Malen trifft, geht es dort immer sehr lebhaft zu. Und Eichhorn steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, die unterschiedlichen kindlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen. Jedes Kind erhält einen speziell für es zugeschnittenen Unterricht und kann so seine Kenntnisse und Fertigkeiten stetig weiterentwickeln. Die zehnjährige Elise ist seit fünf Jahren eine der Stammgäste im Atelier. Sie sitzt an einer Staffelei und koloriert ein vorgezeichnetes Fabelwesen – einen Drachen mit großen Schwingen. Derweil hat es sich der fünfjährige Jan an einem kleinen Tisch bequem gemacht und nach einer Vorlage eine große Vogelspinne auf sein Papier gezeichnet. Jetzt greift er zu Pinsel und Farben und zieht die Bleistift-Konturen mit dicken schwarzen Pinselstrichen nach. Der siebenjährige Kevin will im Moment keine Motive zeichnen, er pinselt stattdessen bunten Farben kreuz und quer auf sein Blatt Papier. Und die zehnjährige Salome malt eine Seejungfrau auf einem Felsen. Wenn ein Kind zum ersten Mal in einem von Eichhorns Kursen kommt, „will ich erst wissen, was das Kind interessiert und was es gerne malt“, sagt Eichhorn. „Denn alle Kinder malen gerne. Sie malen ihre Gefühle, ihre Gedanken, ihre Freude, ihr Leid, sie malen ihre Welt. Sie leben praktisch malend“. Deshalb hat es sich der russische Künstler zur Aufgabe gemacht, „die schöpferische Fantasie von Kindern zu erhalten und sie mit den Mitteln der der künstlerischen Gestaltung zu fördern.“ Damit könne ein Gegengewicht zu dem Überangebot an vermeintlich kreativen Fernsehsendungen und Computerspielen geschaffen werden, die die Aufmerksamkeit der Kinder immer mehr in Anspruch nehmen, sagt Eichhorn. „Denn nur allzu rasch wird unter solchem Einfluss aus dem aktiven Entdecker und Gestalter seiner eigenen Welt ein passiver Beobachter und Konsument.“ Im Unterricht erhaltendie Kinder Aufgaben und Hinweise, wie sie etwas umsetzen können. Oft malen die Kinder dann ihre Lieblingstiere in einer Farbe, die sie sehr schön finden. Dann erhalten sie die Aufgabe, ein gefährliches Tier dazustellen. Und als dritten Schritt dürfen sich die kleinen Künstler dann ein Fantasietier ausdenken und es nach ihrem Geschmack gestalten. Für Eichhorn ist es wichtig, dass Kind Fragen stellt; schließlich wolle es sich ja weiterentwickeln. Bis zum 12. Lebensjahr sollen Eichhornsschützlinge vor allem ihre Fantasie entwickeln- „Die Kinder müssen sich ezwas einfallen lassen. Die Motive können auch verrückt sein.“ Zum Beispiel ein Junge, der auf einem Fisch durch die Luft fliegt oder ein Haus, in dem ein Bösewicht sitzt. Bei dern Kursen sei es wichtig, auf die Kinder einzugehen, ihnen Anregungen zu geben und ihre Neugier zu wecken. Sie erhielten aber auch konkrete Hilfestellungen. Wie zeichnet man zum Beispiel einen Vogel? Oder ein Pferd? Die Fortgeschrittenen unterweist Eichhorn in den Feinheiten der Farbenlehre oder geht mit ihneninteressante Aspekte der Kunstgeschichte durch. Mir ist es wichtig, den jungen Menschen neben der Freude ameigenen Gestalten auch den Gebrauch von künstlerischen Techniken zu vermitteln.“

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Am 10. November 2007 feierte der Grundlagenkurs Bildende Kunst stART 5. sein 10 Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass eröffnete eine Ausstellung in der Aula des Kunsthauses Wiesbaden. Über 120 Teilnehmer des Kurses haben hier teilgenommen.

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Wiesbadener Etüden

Kontakt - Russischsprachige Wochenzeitschrift Mittwoch, 13. Juni 2001
Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Russischen ins Deutsche. von Olga Fefer

Die Höfe der Stadt ruhten. An den Café- Tischen setzten sich die ersten Besucher zurecht. Jungen, die Schultaschen möglichtst weit weggeschleudert, jagten den Ball über die Straße und geschäftig zwitscherten die Spatzen. Gerade in dieser nachmittäglichen Zeit begann das vergnügliche und interessante Leben. Gedämpft klang aus einem der Fenster Rossini und, den Geigen und Violoncellen folgend, glitten Pinsel und Bleistifte über Staffeleien, unvergleichliche Klangverbindungen, Phantasien und Träume auf dem Papier hinterlassend. Im Atelier von Roman Eichhorn hat die Arbeit erst begonnen. Erwachsene und Kinder, Einheimische und die, die erst seit einigen Jahren in Deutschland leben, kommen zusammen, um die Geheim-sprache der Kunst zu erleben. Sie wollen ihre eigene, innere Welt und ihr Verhältnis zur Umgebung durch Form und Farbe auszudrücken. So erwachen auf den Bildern märchenhafte Tiere zum Leben, öffnen abstrakte Städte ihre Tore und faszinieren auf den Aquarellen saftige Früchte. Die Arbeiten der Schüler, Ausführungen in verschiedenen Stilen und Techniken – von Bleistiftskizzen und in Öl gemalten Kompositionen, bis zu Gipsfiguren und Linolschnitten – schmücken nicht nur die Wände des Ateliers, sie sind auch das Ergebnis kreativer Suche und Entdeckungen ihrer Autoren. Lassen Sie uns einige von ihnen näher kennen lernen. Den 14–jährigen Anton Wasilenko, aus Kasachstan hierher gezogen, kann man ohne weiteres zu den Alteingesessenen zählen. Der Junge wurde von seinem Vater zur Kunstschule gebracht und fand Gefallen am Malerei. Er kommt in die 9. Klasse eines Gymnasiums, mag Volleyball, hört gerne schweren Rock, baut Modellflugzeuge und... zeichnet Skelette. Für einen Beruf hat sich Anton bisher noch nicht entscheiden können, doch im Zeichnen macht er Fortschritte und erreicht gestellte Ziele. Es ist erstaunlich, mit welcher Ausdauer und Standhaftigkeit Christina Loos arbeitet. Mehr als einen Monat saß sie an der Entstehung eines Comics, bei dessen Fertigstellung die Bildergeschichte eines märchenhaften Einhorns das Licht der Welt erblickte. Ein Werk Wilfried Sarajskis errang in einem der Städtischen Wettbewerbe den 1. Platz. Seine Schwester Liliane bemüht sich, ihrem Bruder in nichts nachzustehen. Anna, 18 Jahre alt und Schülerin der 12. Klasse eines Gymnasiums, zeichnet, seit sie einen Bleistift in der Hand halten kann. Der Unterricht in der Kunstschule kann ihr möglicherweise auch für die Zukunft nutzen – sie träumt davon, Designerin zu werden, so wie ihr älterer Bruder. Außerdem hört sie gerne Musik, lernt Sprachen und bevorzugt englische Literatur. Für mich war es besonders interessant, Annas Meinung über den Lehrer zu erfahren, da sie mit Roman Eichhorn nahe Verwandtschaft verbindet. Der Papa sei ein gutmutiger und geduldiger Pädagoge, dem es gelinge, seine Schüler zu verstehen und gut mit ihnen auszukommen, gab die Tochter zu. Natürlich wollen auch einige Worte zum Organisator der Schule selbst gesagt sein. Roman Eichhorn wurde in der Nähe Zelinograds geboren, schloss die Fachkunstschule in Frunse sowie die Surikow Kunsthochschule in Moskau ab und war Meisterschüler an der Kunstakademie. Seit 1991 lebt er in Deutschland. Nach den ersten Jahren der Orientierung und der Integrierung kam dem Künstler die Idee einer eigenen Schule. So erschienen im Jahre 97 seine ersten Schüler. Und es ging nicht ohne Schwierigkeiten, sich zum Beispiel vom praktischen Künstler zum theoretischen umzustellen, der fähig ist, den Schülern das Material zugänglich und verständlich zu erklären, einen Lehrplan aufzustellen und den Zugang zu den zukünftigen Berühmtheiten, die heute ganze Tuben von Farbe auf der Leinwand verteilen, zu finden.

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Ausstellung stART 1
Villa Clementine, 20.11.1998

Dr. Isolde Schmidt, Kulturamt Wiesbaden
Begrüßung

Lieber Herr Eichhorn,
liebe Schülerinnen und Schüler des Ateliers,
meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich im Namen der Stadt Wiesbaden zu einer
ungewöhnlichen Ausstellung, über die ich mich besonders freue.

Alle, die es mit der bildenden Kunst zu tun haben, bedauern es, daß so
wenig interessiertes und vor allem sachverständiges Publikum für die
Kunst nachwächst. Den Eltern und den Schulen weisen wir die Aufgabe zu, Neugierde für kulturelle Belange zu wecken, wohl wissend, daß diese Aufgabe bisweilen einer großen Anstrengung auf beiden Seiten bedarf, eines guten Einfühlungsvermögens und Durchhaltewillens.

Kreative Potentiale haben oder hatten wir alle, nur die Möglichkeit, diese Potentiale zu erkennen und zu entfalten, bekamen viele von uns nicht. Deswegen ist es so erfreulich, daß Roman Eichhorn, der selbst
der Kunst aus tiefer Überzeugung verpflichtet ist, diese Aufgabe annimmt, kreative Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern und sein Wissen und seine Fähigkeiten an junge Menschen weiterzugeben.
Und es ist noch erfreulicher, daß es doch eine ganze Reihe junger Menschen gibt, die diese Möglichkeit annehmen und sich mit Ausdauer ihren eigenen Begabungen widmen.

Die Entwicklung von künstlerischen Begabungen stärkt unser
Selbstbewustsein, macht uns feinfühliger und aufmerksamer und hilft
uns schlicht und ergreifend, bessere Menschen zu werden. Insofern hat
das, was Roman Eichhorn und seine Schülerinnen und Schüler heute
vorstellen, nicht nur einen ästhetischen Wert, sondern vor allem
gesellschaftliche Bedeutung. Dafür möchte ich Ihnen allen danken, und
natürlich auch den Eltern, die eine solche Bildung ihren Kindern
ermöglichen.

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Muskulöser Catcher im Ballettröckchen

„stART“ – Ausstellung in der Villa Clementine bringt bis zum Nikolaustag manche Überraschung für interessierte Besucher

Wiesbadener Tagblatt, gw. Donnerstag, 26. November 1998

–Wer sich bis zum Nikolaustag (6. Dezember) in der Villa Clementine umsieht, könnte wegen der ungebändigten Kreativität ganz schöne Stielaugen kriegen. Ein geflügeltes Drachenwesen zieht von rechts vorbei, bleckt einem Flieger am Horizont die Zähne entgegen: Störe meine Kreise nicht. Auf einem anderen Bild tummeln sich muntere Fische und ein liegendes „Reh“ im selben Element, sogar ein kleines Häuschen hat es sich am Bildrand bequem gemacht. Nebenan weint ein Mann schwarze Tränen, und aus dunklem Himmel zuckt ein Blitz übers Firmament. Satirischen Humor beweist das Porträt von Hulk Hogan, das den vor Muskeln strotzenden Catcher in ein Ballettröckchen gesteckt hat und ihm beim Spitzentanz zeigt. Zwei Schritte weiter stehen Kunstwerke auf Podesten: Ein bezauberndes Cello ist buchstäblich „mit Köpfchen“ ausgestattet. Und als „Indianer“ wird eine farbenfroh bemalte kleine Skulptur erläutert, deren Kopfputz an einen Hut in Hahnenkamm-Optik erinnert. „stART 1 – Kinder und Jugendliche aus dem Atelier Roman Eichhorn“ ist die umfangreiche Ausstellung in der Villa Clementine betitelt, die mit erfrischenden Talenten aus dem Grundlagenkurs Bildende Kunst „stART“ bekannt macht. Die Sparten Zeichnung, Malerei, Druckgraphik und Plastik sind in den Werken vertreten. „Die Kinder können ihrer Phantasie völlig freien Lauf lassen, auch wenn sie Aufgaben gestellt bekommen.“ Von den pädagogischen Fähigkeiten ihres Malerkollegen Roman Eichhorn war die Wiesbadener Ehrenbürgerin Christa Moering bei der gut besuchten Eröffnung ebenso angetan wie Dr. Isolde Schmidt vom veranstaltenden Kulturamt.



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